27 Januar 2026

Landpartie

Dienstag. Superwetter. Mit dem Leihwagen gen Osten durch die Poebene. Die italienischen Straßen schlimm wie immer. Die gewählte Lösung ist nicht, die Straßen zu reparieren (das versuchen sie seit 100 Jahren und haben wohl realisiert, dass sie es nicht schaffen) sondern überall Tempo 50 zu verhängen. Interessiert natürlich niemanden. Da überall Blitzer herumstehen und ich im Leihwagen nicht geblitzt werden möchte, forme ich eine Art fahrendes Verkehrshindernis. Da müssen die Italiener und die Italienierinnen durch. 

Erstes Ziel: Abbazia di Pomposa. Die Parkplätze sind nicht für Reisebusse sondern für Reisebuskohorten ausgelegt. Keiner da außer mir. In der Kirche werden einige Fresken restauriert für die Besucher im Sommer.

  

Weiter über die apokalyptische SS309 in Richtung Ravenna und dann Forli. In Forli ist es etwas traurig: Das 50er-Jahre-Hotel: zu. Das Kunstmuseum: zu. Immerhin hat die Trattoria Petito auf. Wir essen keine Gänse sondern:

Ravioli di brasato, crema di topinambur, fossa e radicchio tardivo
Polpette in umico (umido?) con carciofi e piselli
Flasche Wasser
Espresso
36 Euro 

So richtig begeistert bin ich nicht. Verdauungsspaziergang ohne Jacke bei 13 Grad am 27. Januar. Dann schnell nach Classe. Wieder: riesiger Parkplatz. Wieder: kein Mensch da, weder auf dem Parkplatz noch in der Kirche. 5 Euro und rein.


Der Güterverkehr wird in Italien mit Sattelschleppern abgewickelt, und diese fahren auf den Landstraßen weil die Autobahnen Maut kosten. In der Folge sind alle Landstraßen verstopft mit riesigen LKWs. Man fährt eigentlich immer nur LKWs hinterher. Überholen ist sinnlos, davor fährt der nächste LKW. Es ist eine Frage der Einstellung: Man fährt los in dem Wissen, die Reise mit 60 km/h hinter LKWs zu verbringen. Es geht nicht anders, man muss es akzeptieren. Dazu die italienische Unsitte, Umgehungsstraßen zu bauen ohne sie an das restliche Straßennetz anzubinden. Man kann es sich nur schwer vorstellen: Ich baue eine Straße, die aber keinen Anfang und kein Ende hat. Erst im Dunkeln wieder zurück in Ferrara. Käse, Wurst, Wein und ein Bier bei "Il Molo".