13 Januar 2016

Mantova Sabbioneta Carpi

Morgens bei strahlend klarem Licht und Himmel nordwärts nach Mantua über die Autobahn. Die Autobahn strikt in Süd-Nord-Orientierung, daher vor mir die Alpen und im Rückspiegel der Apennin. Unwirkliche Atmosphäre. In Mantua am Stadtrand geparkt und Spaziergang zum Centro Storico.

Mantova Piazza Sordello

Mantova Palazzo Ducale

Im Palazzo Ducale kaum Besucher, Ticket für die Camera degli sposi und den ganzen Rest. Die Camera ist ja sozusagen im Nebengebäude und einen kleinen Spaziergang entfernt. Auch dort eigentlich alleine bis auf einen mäandernden Wärter, der aber nicht weiter störte. Gerade nach dem großen Erdbeben wieder restauriert und geöffnet, ein atemberaubendes Zimmer. Bestimmt eine halbe Stunde auf zwei Wände und eine Decke gestarrt, warum nicht. 30 Cent pro Minute ist das auf jeden Fall wert!

Dann noch einen Rundgang durch den Palazzo Ducale. Zimmer über Zimmer, Pisanello, Rubens, Spiegelsäle, Gänge, nächtliche Himmel. Ein Wunderwerk der Jahrhunderte.

Mantova Palazzo Ducale - Pisanello

Mantova Palazzo Ducale

Dann halbverhungert und ohne Mobilfunknetz und ohne Karte durch Mantua gerastert auf der Suche nach der Osteria Dell'Oca. Man verlässt sich viel zu sehr auf das moderne Zeugs und steht unmodern dumm da, wenn es versagt. Von außen ein Milchglasfenster und eine Milchglastür. Früher hätte ich mich nicht getraut aber die Versprechen waren zu groß.

Mantova Osteria Dell'Oca

Zur Vorspeise: Salume e prosciutto con polenta. Dann kein primo (keine Ahnung, was in mich gefahren ist), dafür eine trippa. Dazu ein Glas Lambrusco mantovano und zum Abschluss den besten Espresso, den ich je (vielleicht ausser am Marktplatz in Citta di Castello) getrunken habe. Veramente da consigliare!!!

Weiter, viel zu spät weil man so ein Mittagessen ja genießen möchte, bei Sonnenschein nach Sabbioneta. Hochinteressante Musterstadt eines mantovaner Fürsten, zu besichtigen indem man im Büro im Palazzo del Giardino ein Abonnement für fünf Monumente der Stadt löst.

Sabbioneta Palazzo del Giardino


Sabbioneta Palazzo del Giardino

Sabbioneta Corridor grande

Sabbioneta Teatro

Sabbioneta Teatro

Sabbioneta Palazzo Ducale

Sabbioneta Palazzo Ducale

Sabbioneta Palazzo Ducale - keine armen Leute die Fürstens

Sabbioneta Palazzo Ducale

Sabbioneta - Corridor grande von unten
Sabbioneta am 13. Januar. Keine Wolke am Himmel.

Dann noch bei einbrechender Dunkelheit nach Carpi, der vom Erdbeben jüngst sehr geschüttelten Stadt mit dem größenwahnsinnigen Marktplatz. Carpi ist ein lokales Zentrum der Textilherstellung, die Bevölkerung reflektiert das. Passegiata machen trotzdem alle, soviel zum Thema Integration. Erfolgreich.

Carpi

In Modena zum Abendessen zu "Da Enzo". Komischer Laden aber alle sehr freundlich. Ein großer Saal im 1. Stock ohne Ausblick und von einer Mischung aus Geminiani und Touristen bevölkert. Auf dem Weg zum Saal geht man praktisch durch die Küche mit den Geräten für die Pasta fatta in casa, als Beweis sozusagen. Es gab pasta e fagioli (3,5/5 Punkte), dann tortelli ricotta burro e salvia (4/5 Punkte) und dazu einen sehr trockenen Lambrusco (gut), Espresso, Amaro und Wasser. Mit 26 Euro weniger in der Brieftasche wurde ich die Treppe zum Erdgeschoss runtergerollt.

11 Januar 2016

Ferrara

Morgens Spaziergang durch Modena (Frühstück im Cafe Concerto mit Repubblica und Cappucio und Cornetto con crema, dann Dom, Buchläden etc).

Mittagessen um 12 bei Ermes: Tagliatelle con ragu (im Angebot ausserdem tortellini in brodo oder lasagne), ossubuco con piselli, acqua, caffe, 15 Euro. Erstklassig in jeder Hinsicht. Nicht so voll heute so früh, aber Ermes ist schon in Hochform. Unschlüssig, welches primo ich nehmen will, werde ich praktisch am Hemdkragen in die Küche befördert um mir jede Schüssel einzeln vorzuführen. Fast hätte ich ihn dazu bekommen, mir jedes der drei primi zu servieren. Aber man möchte dann doch nicht gierig erscheinen.

Dann nach Ferrara über Landstraße (Nonantola, Cento, Ferrara) bei herrlichstem Wetter. Ankunft gegen 14 Uhr. Fast 20 Grad. Unwirkliches Wetter. Der Dom in bester Laune.


Im Palazzo Diamanti zur Ausstellung von Di Chirico, tolle Bilder auch seiner Zeitgenossen und Freunde. Nicht besonders voll und hervorragende Auswahl. Nicht alle Bilder darf man photographieren, daher hier ein Photo mit und eins ohne Di Chirico...



Nach dem Museumsbesuch noch ein Spaziergang durch Ferrara (Dom, Caffe, Buchläden, torta di riso...). Dann Rückfahrt nach Modena in die Abenddämmerung und Ankunft bei Nacht, zum Abendessen nur ein Stück Pizza auf die Hand. Gearbeitet und dann mit dem Reistörtchen belohnt.


30 September 2010

Nord-Umbrien

Frühstück um 9 wieder in der Bar Pianegiani (Kaffee und Hörnchen) bei lebhaftestem Betrieb. Das lassen wir für Italienliebhaber ohne weitere Beschreibung stehen, die Beschreibung spielt sich im Kopfe ab.

Mit dem treuen Mercedes dann hinab ins nebelige Tevere-Tal und über Perugia nach Umbertide. Ein schöner Ort und eine schöne kleine Kirche, leider geschlossen. Unter Sonne weiter nach Citta di Castello, dort Markt in der Innenstadt. In die Pinakothek (am Rande der Innenstadt etwas versteckt wie immer in Italien, außer mir keine Besucher) in einem sehr schönen Palazzo mit ordentlicher Präsentation. Raffael, Signorelli, de Chirico (tolle Liste) und im Keller noch ein paar sehr schöne moderne Bilder von Italienern aus den 20ern und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Dann noch die Außenbemalung des Palazzos von Vasari (der Palazzo, nicht die Bemalung) angeschaut.

Zum Mittagessen eine Pancetta auf dem Markt und dann mit dem treuen Mercedes über Schotterpisten in Richtung Gubbio. Wunderbare Landschaft, auf Wunsch mit Zypressen.



In Gubbio Besichtigung des Rathauses mit der Loggia. Auch der Innenraum immer wieder toll.
 
 


Auf dem Rückweg noch bei Santa Maria degli Angeli unterhalb Assisi vorbei, dann in Todi zu Pane e Vino zum Abendessen. Heizung eingeschaltet.



29 September 2010

Todi

Mittwoch. Morgens um 8 scheint die Sonne durch die Läden der Terrassentür ins Schlafzimmer. Während das Tal noch von dichtem Nebel gefüllt ist scheint oben in Todi die Sonne. Frühstück gab es in einem Cafe am Corso Cavour, Espresso und zwei Cornetti con crema, sehr gut. Zeitung gekauft und wieder auf die Terrasse gesetzt bei Sonnenschein und 20 Grad. Windig, aber toller Ausblick.

Na also. Blick von der Terrasse. Sensationell.

Um halb 12 ins Stadtmuseum in Palazzo del Capitano. Todi mittlerweile voller Touristen. Die kostenlose Eintrittskarte vom "Pane e Vino" gilt nicht mehr aber man macht eine Ausnahme. Das Museum leicht angestoßen, Stadtgeschichte, Münzen, Keramik, Bilder. Sehr schön ein Saal mit bemalter Holzdecke und Wandgemälden zur Geschichte Todis. Dort auch ein Keramikkrug aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, gefunden in den Zisternen unter der Piazza in Todi. Danach Einkauf von pane, prosciutto und formaggio und einfaches Mittagessen in der Sonne. Ein paar Wolken bewegen sich pittoresk am Himmel.


Herumgelungert und nachmittags noch ein Erkundungsgang in der mittlerweile recht warmen und sehr vollen Stadt. Zu Abend nur ein Stück Pizza an der Fonte Cesia (die Pizzeria also, nicht die Pizza) und auf der Terrasse der Gegend beim Dunkelwerden zugeguckt.

28 September 2010

Vorgeschichte und Anreise

In 2010 erst eine Woche Urlaub (Nordengland). Viel Arbeit bis Mitte September. Ein Agriturismo mit Abendessen ist schön, aber naturgemäß (pun intended) immer etwas abseits gelegen. Ein Zimmer in der Stadt (Orvieto, Modena) scheint mir mehr zu liegen, wenn für gutes Abendessen gesorgt ist.

In Todi war ich schon zweimal, dabei jedesmal im "Pane e Vino" sehr gut gegessen. Wenig inseriert haben die auch ein Zimmerchen zu vermieten, nicht direkt im Restaurant aber in der Altstadt von Todi. Todi ist zwar eine wirklich kleine Kleinstadt und tagsüber von amerikanischen Touristen sehr stark besucht, aber hat ob des wunderbaren Marktplatzes und der mittelalterlichen Stadtanlage viel Charme. Also versuchen wir es.

Mit dem Mercedes 190D ab Düsseldorf um 6 Uhr im Dunkeln, Dienstag. Regen und Nebel und viel Verkehr, sehr unangenehm zu fahren. 11:30 in Basel hört immerhin der Regen auf. 12:30 in Luzern zeigt sich die Sonne, die Bergspitzen der Alpen stecken in Wolken.

Ob das noch was wird?

13:30 durch den Gotthard und auf der Südseite: Sonne. So richtig schön wird es hinter Mailand. Den gewohnt perfekten Espresso an der Raststätte Somaglia. Weiter durchschneidet die Autobahn nun die südliche Po-Ebene und es zeigt sich das bestellte Bild: Die Sonne scheint etwas trübe durch neblige Wolken, und über dem feuchten Boden der Ebene steht ein ganz leichter, erst in der Ferne wahrnehmbarer Dunst. Dichter, aber seit Einführung der Geschwindigkeitsüberwachung sehr gesitteter Verkehr. Vorbei an Piecenza - Reggio Emilia - Modena und bei Bologna dann südlich in den Apennin. Die neue Autobahn endet auf halbem Wege nach Florenz und die geliebte Polterstrecke mit den tiefen Brückenfugen beginnt wieder, die 2003 meinen alten Mercedes den Auspuff gekostet hat. Im Valdichiana untergehende Sonne, vorbei an Ortsnamen die an frühere Abenteuer erinnern. Südlich von Arezzo auf Superstrada nach Perugia-Todi. Im "Pane e Vino" werde ich schon erwartet und der Mercedes bekommt ein Permesso zum Parken in der Altstadt und ich das Zimmer. Es ist tatsächlich ein kleines Appartement unter dem Dach, bestehend aus Wohnzimmer mit kleiner Küche und Esstisch, Schlafzimmer, Bad und Balkon. Ausblick vom Balkon: Italien bei Nacht.

Todi bei Nacht. Keine Sorge, wird noch.

Dann zur Sache. Salume e formaggi, zuppa di ceci e funghi porcini (es ist September!!!), risotto di zucca (es ist September!!!) e zafferano, Rosso di Montefalco, amaro umbro. Danach Spaziergang durch das nächtliche, wie immer in Italien orange erleuchtete centro storico.

06 Juni 2009

Schon geht es zurück

Fährt man von Deutschland nach Italien, so wird die Reise nach der Hälfte interessanter. Das motiviert und unterhält. Fährt man von Italien nach Deutschland, wird die Reise ab Modena unerträglich. Also runter von der Autobahn und nochmal nach Carpi, und zur Cantina ein wenig Lambrusco einkaufen. Und zurück auf die Autostrada, in den Regen, in den Stau, nach Österreich zum IGL, nach München, nach Hause.

05 Juni 2009

Loreto

Um 9 gibt es Frühstück, draußen, sonnig, windig und warm. Gestern Abend kam der neue Hund. Der muss sich erstmal mit den Katzen anfreunden.

Nach dem Frühstück geht es erstmal vom Berg runter. Schöne Gegend und etwas Zeit, sie anzuschauen.

Die Fahrt führt nach Fano, auf die Autostrada nach Süden, an Ancona vorbei und nach Loreto. Hier wird ernsthaft gebetet.

Die Portale sehr schön, das Innere groß und schön, die Casa Santa sehr heilig und Signorelli in dem ganzen Prunk eher etwas versteckt in einer Seitenkapelle, denn die Kirche ist voller Wandgemälde. Still nehmen die Brüder 10 Euro für ein Gebet entgegen. In heißer Mittagssonne nach Recanati, hübsch, eng, ziegelig und langweilig, aber ein Tramezzino hatten sie für mich. Von dort im wilden Zick-Zack zurück quer durch die Marken, kurzer Stop in Cingoli mit einem schönen Marktplatz und dem Balkon über die Marken. Im Agriturismo sitzt man draußen, zum Abendessen dann wieder die doppelte Portion Primi, noch ein Secondo, noch ein Wein, noch ein Amaro. Es ist der letzte Abend.

04 Juni 2009

Urbino

Früh aufgestanden, Frühstück draußen, dann ab nach Urbino.

Im Palazzo Ducale. Berüchtigt ob der Schlangen an der Kasse. Um diese Uhrzeit keine vorhanden. Die Ausstellungsräume noch fast leer. Feine Ausstellung, viele sehr schöne Bilder, gut gehängt, leider nicht immer perfekt beleuchtet. Aber was interessieren solche Kleinigkeiten? Auch das Umfeld von Raffael gut vertreten. Dann noch ein Spaziergang durch die Gallerie der Marken, wieder Piero della Francesca, das Studiolo, die perfekte Stadt. Schulklassen stromern durch die Ausstellung, die Mädchen mit Sonnenbrillen. Selber schuld.

Bei einsetzendem Regen noch ein paar Schritte durch Urbino, dann nach Fano an der Adriaküste und erstmal die Weinvorräte ergänzen. Hier scheint wieder die Sonne, wie es sich gehört.

Aber es noch nicht Saison, so ein Baderessort außerhalb der Saison ist ja nie ein schöner Anblick, alles wartet, steht sozusagen in den Startlöchern. Am Hafen gibt es ein Mittagessen für mich.

Über Landstraßen und die Via Panoramica nach Rimini und dort noch einmal in den Malatesta-Tempel, wieder Piero und ganz still. Von dort zurück nach Urbino durch das Montefeltro über Ospedaletto, Monteschudo, Sassoferrato. Das Montefeltro ist ja eher hügelig.

Ich setze mich an diesem vollkommen stillen Ort aufs Auto und schaue nur.

Der Wein im Agriturismo schmeckt nun besser und zum Abendessen gibt es Tortellini und etwas Fleisch in Madeira und Kartoffeln mit Rosmarin von vor der Küche. Kein Dessert. Mein armer Bauch.

03 Juni 2009

I della Robbia

Zum Frühstück lädt man nach draußen, in die Sonne.

Ein Stückchen Kuchen, ein paar Scheiben frisches Brot, Marmelade, ein Espresso, etwas Milch, blauer Himmel, Vögelgeschrei. Wunderbar. Um 9 Abfahrt in Richtung Arezzo. Die Straße windet sich, wer hat den Paß da hingebaut?

Aber bei dem schönen Wetter macht Autofahren Spaß - etwas, das meine Gastgeber nicht verstehen.

In Arezzo zunächst in den Dom, zu Piero, dann eine Stärkung...

und dann in S. Francesco, nochmal zu Piero, wundervoll. Ach. Zur Mittagszeit ins Restaurant am Marktplatz, traumhafter Blick, schattiger Platz unter den Arkaden, die Nudeln frisch, die Qualität bereits vor sechs Jahren bewiesen und wieder erlebt.

Hier mag ich eigentlich nicht mehr aufstehen, aber es erwartet mich der dritte Höhepunkt des Tages.

Die Keramikkünstlerfamilie della Robbia. Ganz ganz feine Ausstellung, schön präsentiert, plastisch statt auf der Leinwand verändert so manche Perspektive. Andere Besucher vergleichen die lebensgroßen Plastiken mit Jeff Koons. Das Kitschproblem. Gab es in der Renaissance schon Kitsch? Die christlichen Figuren verwirren durch ihren weiblichen Anmut.

Zurück über Citerna, nach eigenem Bekunden "eines der schönsten Dörfer Italiens", sicher eines der langweiligsten. Über sehr wenig befahrene Landstraße zurück zum Agriturismo und bei einem kleinen Antipasto etwas entspannt und Vokabeln gelernt. Ein paar Tropfen Regen, dann wieder Sonne, höchst angenehm. Mit den Antipasti ein wenig zu viel zu Abend gegessen. Rotwein aus dem Rosso Conero, nicht ganz einfach, den hätte man gestern aufgemachen sollen.

02 Juni 2009

Auf in die Marken

Wenn man die Via Mazzini verläßt und nach links in die Via Carlo Cattaneo einbiegt, kommt man zum Palazzo Broletto, zur Torre del Populo und zur Loggia delle Gride. Die rückwärtige Fassade des Palazzo, die an einer schmalen, nicht für Zeremonien bestimmten Straße liegt, erweckt in mir sogleich einige jener trüben Gedanken, ohne die ein schöner heller Morgen nicht vollkommen wäre. Ich betrete den Hof des Palazzo; und hier bin ich mehr als zwanzig Minuten lang vollkommen glücklich, wie neulich abend in Turin, nämlich ohne besonderen Grund. An diesem Ort "erwischt" man das Glück, wie anderswo den Schnupfen. Es gibt hier gar nichts Außergewöhnliches zu sehen, außer eben den Hof eines mittelalterlichen Palastes, über den um diese Stunden ein paar moderne Arbeiter in die Fabrik und ein paar Hausfrauen auf den Markt gehen. Jean Giono
Wir befinden uns in der dritten Woche meines dreiwöchigen Urlaubs. Ganz Deutschland ist von Arbeit besetzt. Ganz Deutschland? Nein, ein kleiner Ingenieur hört nicht auf, sich gegen die Arbeit aufzulehnen. Die ersten beiden Urlaubswochen ging es nicht anders, was ist schon Urlaub, aber jetzt reicht es. Ab nach Italien!

Die Wahl fiel, wieder, auf die Marken, denn dort erwarteten mich zwei Ereignisse, die zu verpassen nicht statthaft war. Aber der Reihe nach. Vor den Genuss kommt die Anreise. Ab der italienischen Grenze immer eine tolle Sache, bis dahin eigentlich nur Kilometer fressen.

Also mutig erst um 7:15 in Düsseldorf Abfahrt, nach 5 Stunden München, Tanken und ein kleiner Imbiss in Kufstein im glücklichen Österreich, ungefähr um 13:30 am Brenner. Ich mag den Brenner nicht. Der Grenzübertritt nach Italien ist zu unspektakulär und IGL zwang mich, Österreich mit Tempo 80 zu durchqueren. Wer ist eigentlich IGL? Interessengemeinschaft große Langeweile? Egal. Das Wetter dafür angenehm, ab dem Brenner dann SEHR angenehm, sonnig und richtig warm. Finalmente in Italia. 300 Kilometer bis Modena. Dort dann den ungewohnten Schlenker Richtung Bologna, und dann immer an der Adria entlang. Ungefähr so schön:

Das Navigationsgerät verspricht nicht zu viel: Die Autobahn der Sonne.

Kurz hinter Rimini, es zieht sich und ist schon nach acht, dann die Abzweigung ins Landesinnere, ich fahre gegen den Sonnenuntergang an den gerade noch beschienenen Hügeln entlang. Schließlich die Schotterpiste zum Agriturismo.

Die Begrüßung ist herzlich, den Beiden geht es gut, aber wir wollen nicht lange fackeln sondern setzen uns zu Tisch. Dort bringt man mir Ravioli mit Butter und Salbei, Salsicce mit Spinat und Zitrone, roten Wein von Di Sante und einen Amaro. Das Haus des Agriturismo wurde vom Erdbeben in L'Acquila verschont, den Katzen geht es gut, der Hund ist auf der Jagd erschossen. Das Zimmer ist diesmal hinten raus und draußen ist es vollkommen still.